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Bosco/Gurin (auch: Bosco Gurin, Bosco-Gurin, walserdeutsch: Gurín, tessinerisch: Guríng ist eine politische Gemeinde im schweizerischen Kanton Tessin. Sie gehört zum Bezirk Vallemaggia und innerhalb dessen zum Kreis Rovana.
Der offizielle Name der Gemeinde hat sich wegen der sprachlichen und politischen Verhältnisse über die Jahre immer wieder geändert. Bis 1911 waren die Namen Bosco, Bosco (Gurin), Gurin oder Bosco-Vallemaggia in Gebrauch. Vom 21. Oktober 1911 bis 23. Mai 1912 hiess die Gemeinde gemäss Bundesratsbeschluss offiziell deutsch Gurin, ab dem 24. Mai 1912 bis 1934 jedoch wieder italienisch Bosco (Vallemaggia). Als Kompromiss wurde 1934 der seither offizielle Doppelname Bosco/Gurin eingeführt. Verbreitet ist allerdings auch die inoffizielle Variante Bosco Gurin.
Frühe Nennungen des Ortes sind etwa in loco et territorio de Quarino ubi dicitur ad Buschum (1253), toto territorio de buscho, sive in dicta valle de Quarino (1311) und loci de Buscho de Quarino (ebenfalls 1311). Die zusammengesetzte Form Buscho Quarino bezeichnete somit ursprünglich den «Wald bei Quarino/Corino» (Corino ist ein zu Cerentino gehöriger Weiler) und dient seit den ältesten Belegen zur Unterscheidung von anderen Ortschaften namens Bosco.
Die Hauptsiedlung von Bosco/Gurin liegt auf 1506 m ü. M. Es ist damit das höchstgelegene Dorf des Kantons Tessin. Die Gemeinde liegt in der oberen (westlichen) Talhälfte des Valle di Bosco Gurin 35 km nordwestlich von Locarno an der Grenze zu Italien – den Tälern Valle Antigorio und Val Formazza (Pomatt, ebenfalls von Walsern besiedelt). Die Nordgrenze der Gemeinde führt Graten entlang vom Wandfluhhorn (2856 m ü. M.) zum Camino (2489 m ü. M.). Von dort verläuft die Ostgrenze mit einer leicht ostwärts gebogenen Krümmung quer durchs Valle di Bosco Gurin hinüber zum Pian Cròsc (1955 m ü. M.).
Die südliche Gemeindegrenze führt wiederum (leicht südwestwärts) Graten entlang. Die höchsten Gipfel sind der Pizzo Bombögn (2331 m ü. M.)[7], das Grosshorn (2150 m ü. M.), das Kleinhorn (2171 m ü. M.) und an der Westgrenze der Madone/Batnall (2748 m ü. M.). Auch die westliche Gemeindegrenze (zugleich Staatsgrenze) benutzt natürliche Trennlinien. Sie verläuft in leicht nordöstlicher Richtung vom oben erwähnten Madone über den Ritzberg (2592 m ü. M.) und den Martschenspitz (2688 m ü. M.) zurück zum Wandfluhhorn/Pizzo Bìela. Zahlreiche Bäche vereinigen sich zur Rovana di Bosco/Gurin, die bei Collinasca in die Rovana einmündet. Vom Gemeindeareal von 2212 ha sind (Stand 2009) 44,1 % unproduktive Fläche (meist Gebirge). Fast gleich umfassend sind die Gemeindeteile, welche von Wald und Gehölz (30,9 %) und von landwirtschaftlicher Nutzfläche (24,4 %) bedeckt sind. Nur 0,6 % des gesamten Gemeindegebiets sind Siedlungsfläche. Das Dorf ist die einzige nennenswerte Siedlung. Daneben gibt es zahlreiche Alphütten.
Nachbargemeinden sind auf Tessiner Seite Campo (Vallemaggia), Cerentino und Cevio sowie auf italienischem Territorium Formazza und Premia.
Die Gemeinde wurde auf Initiative der lombardischen Herrschaft im 13. Jahrhundert durch Walser aus dem italienischen Val Formazza (walserdeutsch Pomatt) besiedelt. Die ersten Siedler kamen 1244 in das obere Rovanatal. Sie fanden dort die Alp ad Buschum vor, die durch die Gemeinde Losone genutzt wurde und nicht ganzjährig bewohnt war. Der Ort Bosco/Gurin wird 1253 erstmals als Lo Busco de Quarino namentlich erwähnt. Mit Cevio gab es im 14. Jahrhundert Grenzstreitereien. Bereits um 1400 hatten die Walser fast alles Land gekauft und lebten daher in relativ grosser Unabhängigkeit. Die Gemeinde gehörte im Mittelalter zur Roana Superior, später bis 1798 zu den ennetbirgischen Vogteien. Sie wurde immer wieder von Katastrophen heimgesucht (1596 die Pest; 1695 und 1742 grosse Lawinenniedergänge mit 34 respektive 42 Toten). Bosco/Gurin gehörte von 1798 bis 1803 zum Kanton Lugano und seither zum Kanton Tessin. Bis zum Bau der Fahrstrasse, der 1927 abgeschlossen wurde, war es weitgehend isoliert.
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